 |
Fertiges
Bild |
 |
Schritt 1
Am Anfang steht meistens der Entwurf, der die
Grundidee eines Bildes oder wie hier auch schon Details beinhaltet. Es soll eine
Rose sein und ein Element, dass auf den ersten Blick nichts in der Komposition
zu suchen hat, brauche ich auch noch: „Gefangen in Ägypten“ ... oder so ähnlich.
Laßt Euch überraschen!
|
 |
Schritt 2
Diese Idee wird dann in feinen Linien auf
den Malgrund (in unserem Falle: Airbrushkarton von Schmincke, DIN A 4) oder aber
auf die Maskierfolie übertragen. Sämtliche Konturen werden dann mit einem
Skalpell in den Maskierfilm geschnitten. VORSICHT, nicht zu tief schneiden,
damit das darunter liegende Papier nicht angekratzt wird. Das gibt im fertigen
Bild ganz hässliche Linien, in denen sich die Farbe fängt. Wozu Maskierfolie? Überall, wo man scharfe
Abgrenzungen/Übergänge und klare Linien erzeugen möchte, wird die Fläche,
die nicht mit Farbe in Berührung kommen soll, mit Maskierfilm geschützt. Das gilt hier für jedes einzelne Blatt unserer Rose.
Also überlege ich am Anfang, welche Bereiche in der Tiefe liegen (dunkler
sind), welche im Vordergrund sind und lege dann die Reihenfolge fest, in der ich
den Maskenfilm entferne und die einzelnen Blätter spritze. Zu diesem Zweck
dient auch die Nummerierung, die
auf der Skizze war.
|
 |
Schritt 3
Zwei der vielen Rosenblätter sind vom
Maskierfilm befreit und das weiße Papier kommt zum Vorschein. Diese Bereiche
werden als nächste ‚gebrusht‘. Dabei achte ich auf Licht- und
Schatteneffekte und erzeuge durch Sprühen von viel oder wenig Farbe
(hell-/dunkelrot) und unter Einsatz von Grau- und verschiedenen Rottönen eine
plastische Wirkung. Diese ‚Tiefenwirkung‘ wird später im Detail noch
ausgearbeitet.
|
 |
Schritt 4
Nun ist nur noch das ‚Herzstück‘ unseres
Röschens zu bearbeiten. Hier erkennt ihr gut die Markierung der Reihenfolge, in
der die einzelnen Blättchen vom Film befreit und gespritzt werden (16, 17, 18,
etc.). Der bereits erledigte Teil, liegt geschützt unter dem Papier. Er soll ja
keine zusätzliche Farbe mehr abbekommen.
|
 |
Schritt 5
Geschafft, die Rose ist fertig. Sie wird
jetzt abgedeckt zum Schutz vor „Overspray“ (Farbnebel), der beim nächsten
Schritt der Bearbeitung entstehen kann. Der Rest des Bildes liegt noch vollständig
unter Maskierfilm.
|
 |
Schritt 6
Details wie die Maserung der Blätter und
„Highlights“ an den Blattenden habe ich mit einem Radierstift heraus
gearbeitet.
|
 |
Schritt 7
Jetzt werden die einzelnen Gitterstäbe
freigelegt und mit Grau und Schwarz die verwobene Struktur gespritzt. In Abb. 7
sind die senkrechten Stäbe fertig und bereits wieder durch Maskierfilm geschützt,
genau wie der Hintergrund, der später als Sonnenuntergang mit Pyramide
erscheinen soll.
|
 |
Schritt 8
Die Gitterstäbe sind fertig und der Himmel
erstrahlt im Sonnenuntergang. Als nächstes werden Pyramide und Palmen angelegt
in Schwarz, da diese im Gegenlicht dunkel erscheinen.
Wie Ihr seht hängt der Maskierfilm um den
Gitterbereich lose vom Blatt (rechts und oben) und ist nicht akkurat
abgeschnitten. Hier brauchen wir weiche Übergänge zwischen Gitterbild und dem
späteren Hintergrund. Deswegen darf hier keine scharfe Kante durch Maskierfilm
entstehen.
|
 |
Schritt 9
Die Pyramiden lassen grüßen. Auf zum
Endspurt!
|
 |
Schritt 10
Die Rose ist nach wie vor durch Maskierfilm
geschützt und ich lege nun mit Formen, die mir spontan in den Sinn kommen den
Hintergrund freihand an. Zuerst mit einer Mischung aus Grau und ganz wenig grün;
1:1 mit Wasser verdünnt. Es zeigen sich Zweige und Blätter der
unterschiedlichsten Pflanzen auf dem Papier. Um ein wenig ‚Reale Pflanzenwelt‘ zu
erzeugen, bringe ich getrocknete Buchenblätter und -zweige mit Schraubenmuttern
beschwert auf meinem Bild unter. Die versehe ich erst ganz zum Schluss mit
Farbe. Durch die relativ scharfen Kanten und helle Färbung rücken diese Blätter
später in den Vordergrund des Bildes.
Ihr glaubt nicht, was man draußen so alles
an „Naturschablonen“ findet, die man für die unterschiedlichsten Effekte
verwenden kann. Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang.
|
 |
Schritt 11
Das ganze wird nun noch mit verschiedenen Grün-,
Blau-, Braun- und Grautönen behandelt um auch hier den Eindruck zu erwecken,
dass einige Pflanzen mehr im Hintergrund oder Vordergrund des Bildes sind. Also wieder das alte Thema: 3D. Den Eindruck
eines Raumes entstehen lassen auf einer zweidimensionalen Fläche, die wir ja
real nur zur Verfügung haben.
|
 |
Schritt 12
Eh
voilà, da ist sie in ihrer vollen Schönheit:
Eine Rose, die lebendig rot aus dem Dickicht
einer Pflanzenwelt hervorsticht. Den kleinen surrealistischen Ausflug mit der
Gitterpyramide möge man mir verzeihen; ist Geschmackssache. Aber das ist mein
Stil und ich finde, sie gibt dem Bild die außergewöhnliche Nuance.
Was meint Ihr?
|