Step by Step...
... oder : wie entsteht denn so ein Bild in Airbrushtechnik?

Eine Rose in 12 Schritten

rosefinal.JPG (318080 Byte) Fertiges Bild
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Schritt 1
Am Anfang steht meistens der Entwurf, der die Grundidee eines Bildes oder wie hier auch schon Details beinhaltet. Es soll eine Rose sein und ein Element, dass auf den ersten Blick nichts in der Komposition zu suchen hat, brauche ich auch noch: „Gefangen in Ägypten“ ... oder so ähnlich. Laßt Euch überraschen!

masket.JPG (159900 Byte)

Schritt 2
Diese Idee wird dann in feinen Linien auf den Malgrund (in unserem Falle: Airbrushkarton von Schmincke, DIN A 4) oder aber auf die Maskierfolie übertragen. Sämtliche Konturen werden dann mit einem Skalpell in den Maskierfilm geschnitten. VORSICHT, nicht zu tief schneiden, damit das darunter liegende Papier nicht angekratzt wird. Das gibt im fertigen Bild ganz hässliche Linien, in denen sich die Farbe fängt. Wozu Maskierfolie? Überall, wo man scharfe Abgrenzungen/Übergänge und klare Linien erzeugen möchte, wird die Fläche, die nicht mit Farbe in Berührung kommen soll, mit Maskierfilm geschützt. Das gilt hier für jedes einzelne Blatt unserer Rose. Also überlege ich am Anfang, welche Bereiche in der Tiefe liegen (dunkler sind), welche im Vordergrund sind und lege dann die Reihenfolge fest, in der ich den Maskenfilm entferne und die einzelnen Blätter spritze. Zu diesem Zweck dient auch die  Nummerierung, die auf der Skizze war.

rose2.JPG (170871 Byte)

Schritt 3
Zwei der vielen Rosenblätter sind vom Maskierfilm befreit und das weiße Papier kommt zum Vorschein. Diese Bereiche werden als nächste ‚gebrusht‘. Dabei achte ich auf Licht- und Schatteneffekte und erzeuge durch Sprühen von viel oder wenig Farbe (hell-/dunkelrot) und unter Einsatz von Grau- und verschiedenen Rottönen eine plastische Wirkung. Diese ‚Tiefenwirkung‘ wird später im Detail noch ausgearbeitet.

rose4.JPG (195199 Byte)

Schritt 4
Nun ist nur noch das ‚Herzstück‘ unseres Röschens zu bearbeiten. Hier erkennt ihr gut die Markierung der Reihenfolge, in der die einzelnen Blättchen vom Film befreit und gespritzt werden (16, 17, 18, etc.). Der bereits erledigte Teil, liegt geschützt unter dem Papier. Er soll ja keine zusätzliche Farbe mehr abbekommen.

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Schritt 5
Geschafft, die Rose ist fertig. Sie wird jetzt abgedeckt zum Schutz vor „Overspray“ (Farbnebel), der beim nächsten Schritt der Bearbeitung entstehen kann. Der Rest des Bildes liegt noch vollständig unter Maskierfilm.

rosedetail1.JPG (304292 Byte)

Schritt 6
Details wie die Maserung der Blätter und „Highlights“ an den Blattenden habe ich mit einem Radierstift heraus gearbeitet.

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Schritt 7
Jetzt werden die einzelnen Gitterstäbe freigelegt und mit Grau und Schwarz die verwobene Struktur gespritzt. In Abb. 7 sind die senkrechten Stäbe fertig und bereits wieder durch Maskierfilm geschützt, genau wie der Hintergrund, der später als Sonnenuntergang mit Pyramide erscheinen soll.

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Schritt 8
Die Gitterstäbe sind fertig und der Himmel erstrahlt im Sonnenuntergang. Als nächstes werden Pyramide und Palmen angelegt in Schwarz, da diese im Gegenlicht dunkel erscheinen. Wie Ihr seht hängt der Maskierfilm um den Gitterbereich lose vom Blatt (rechts und oben) und ist nicht akkurat abgeschnitten. Hier brauchen wir weiche Übergänge zwischen Gitterbild und dem späteren Hintergrund. Deswegen darf hier keine scharfe Kante durch Maskierfilm entstehen.

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Schritt 9
Die Pyramiden lassen grüßen. Auf zum Endspurt!

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Schritt 10
Die Rose ist nach wie vor durch Maskierfilm geschützt und ich lege nun mit Formen, die mir spontan in den Sinn kommen den Hintergrund freihand an. Zuerst mit einer Mischung aus Grau und ganz wenig grün; 1:1 mit Wasser verdünnt. Es zeigen sich Zweige und Blätter der unterschiedlichsten Pflanzen auf dem Papier. Um ein wenig ‚Reale Pflanzenwelt‘ zu erzeugen, bringe ich getrocknete Buchenblätter und -zweige mit Schraubenmuttern beschwert auf meinem Bild unter. Die versehe ich erst ganz zum Schluss mit Farbe. Durch die relativ scharfen Kanten und helle Färbung rücken diese Blätter später in den Vordergrund des Bildes. Ihr glaubt nicht, was man draußen so alles an „Naturschablonen“ findet, die man für die unterschiedlichsten Effekte verwenden kann. Also: Augen auf beim nächsten Spaziergang.

hintergrund2.JPG (252586 Byte) Schritt 11
Das ganze wird nun noch mit verschiedenen Grün-, Blau-, Braun- und Grautönen behandelt um auch hier den Eindruck zu erwecken, dass einige Pflanzen mehr im Hintergrund oder Vordergrund des Bildes sind. Also wieder das alte Thema: 3D. Den Eindruck eines Raumes entstehen lassen auf einer zweidimensionalen Fläche, die wir ja real nur zur Verfügung haben.  
rosefinal.JPG (318080 Byte) Schritt 12
Eh voilà, da ist sie in ihrer vollen Schönheit: Eine Rose, die lebendig rot aus dem Dickicht einer Pflanzenwelt hervorsticht. Den kleinen surrealistischen Ausflug mit der Gitterpyramide möge man mir verzeihen; ist Geschmackssache. Aber das ist mein Stil und ich finde, sie gibt dem Bild die außergewöhnliche Nuance.

Was meint Ihr?